Scheinprobleme?

Wer oder was sind eigentlich Scheinprobleme? Zum einen verfasste der Empirist Rudolf Carnap ein Werk mit dem Titel Scheinprobleme in der Philosophie. Das Fremdpsychische und der Realismusstreit (1928) und versuchte damit alles Metaphysische aus der Wissenschaft zu verbannen. Dieser durchaus sympathische Anlass verbunden mit den klassischen, als Studentin erlebenden Problemen mit Scheinen, ergab den heute vielleicht sperrigen Spitznamen. Ich möchte ihn nie mehr missen. <3 

Scheinauftritte?

Begonnen habe ich mit der Bloggerei ca. 2004 und war schon stets von allen Facetten meines privaten Lebens gekennzeichnet. Als Internettagebuch diente mir mein Blog stets als Ventil für Schönes - oder für die penetrante Aufdringlichkeit des Frühlings. Videospiele begleiteten mich mein Leben lang, daher fanden sie stets Einlass in dieses Blog. Seit 2011 wuchs der Kontakt mit der deutschen Bloggerszene aus der Spielerlandschaft und ich konnte die großartigen Gedanken der anderen schreibenden Spieler förmlich in mich aufsaugen. Bis heute bin ich ein riesengroßer Fan einiger dieser Blogger und zähle sie inzwischen zu meinem näheren Leben, was mich glücklich und ein bisschen stolz macht. 

 

2013 habe ich angefangen für das großartige Magazin/Blog Superlevel zu schreiben, meine Autorenseite findet sich hier. Freunde gefunden, Freundschaften verfestigt, Denken verändert. Superlevel hatte mit Indie Fresse den tollsten Podcast aller Zeiten. RIP.

 

Professionelle Podcastgästin - Eine Zeit lang wäre das ein legitimer Titel auf einer Visitenkarte gewesen, bis es dann 2016 aufgrund privater Umbrüche immer weniger wurde. Bis heute liebe ich das Podcasten, sowohl als Hörerin als auch Teilnehmerin. Leben ohne Podcasts? Möglich. Sinnlos. 

Podcastgastografie? Gastauftritte

"Angespielt" by Marcus Richter / @monoxyd 

 

2014

#52 Spiele im Spiegel

#53 Thief

#54 Hearthstone

#55 Diablo 3. Reaper of Souls

#57 Divinity - Original Sin

2013

#48 The State of the nation: iOS

2012

#33 Legend of Grimrock 

#36 Lollipop Chainsaw 

#41 Faster Than Light

 

 

Indie Fresse by Superlevel.de 

 

#39 Der Transistor deines Onkels mit Marcus und Dennis am Küchentisch. Liebe. 


Abgeschossen: The Walking Dead Ep. 3


Spoilerwarnungwäre untertrieben. Ein Text für Menschen, die das Spiel bereits gespielt haben. Oder

für Menschen, die kein Interesse haben dieses Spiel zu spielen, was ein grober Fehler wäre. Oder für

Menschen, denen alles egal ist. Oder für Zombies die Lesen können.

Der fragwürdige und sicher auch nicht spoilerfreie Kommentar zu Episode 1 & 2 von The Walking Dead

findet sich übrigens hier so ungefär.

Verkäufer: Heydiho.

Du: Hiho. Ich hätte gerne 1.000 Patronen bitte.

Verkäufer: Ja gerne. Worauf möchten Sie denn schießen?

Du: Ähm...

Verkäufer: Also wir haben Kaliber für Zombies, wehrlose Menschen und Kinder.

Du: Achja. Dann nehme ich welche für Kinder und Zombies bitte. Und 500 für wehrlose

Menschen. Meine Freundin ist ein bisschen ungestüm... wissen sie. *lächelt*

Verkäufer: Natürlich gerne. Moment ich sehe mal im Lager nach, die für Kinder sind gerade

besonders beliebt.

Du: Kein Problem. Dafür warte ich doch gerne.

So oder so ähnlich, lief es doch. Oder so oder so ähnlich, wird es bald laufen. Ob die Möglichkeit so eines

Gesprächs für uns schockierend ist oder nicht, ist doch nur eine Frage der Gewöhnung. Nach genügend

unschuldigen Opfern und ein paar Kindern, kommt es auf den einzelnen auch nicht mehr an. Aus

Versehen irgendjemanden erschossen? Ha! Lieber noch 2-3 mehr erschießen, dann lebt es sich leichter.

War das zu zynisch? Nicht zynisch genug?

In Episode 3 von The Walking Dead erfährt die Gewalt ihren vorläufigen Höhepunkt. Nachdem es in

Episode 2 schon sehr blutig zuging, musste der Nachfolger noch eines drauf setzen. Und hat dies sehr

geschickt gemacht. Ich würde die Gewaltentwicklung hier "Klasse statt Masse" nennen. Es gab wenige

Tote, aber die waren schmerzhaft. Die Qualität des Todes eine andere. So war es in Episode 2 doch recht

eindeutig, wer hier die "Bösen" waren, selbst wenn man ein gewisses Verständnis für die Hobbymetzger

nicht verbergen konnte. Gestorben aus den eigenen Reihen sind auch schon so einige, aber immer waren

es Zombies oder die Rowdies oder Diebe oder sonstige Verrücktheiten, die das nahe Ende herbeiführten.

Dass die Gruppe nun anfangen würde, sich selbst zu zerlegen ist neu. Gut, es deutete sich mit dem

geschickten Steinchenwurf auf den Kopf von Lilliys Vater an. Aber dort, wäre ja jeden Moment ein

riesiger Zombieklotz erwacht. Man konnte es irgendwie verstehen. Achja und das tollste: die Drecksarbeit

hat wer anders für uns erledigt! Danke Ken.

Jetzt stirbt ein unschuldiges Opfer. Doug oder Carrey. Je nachdem, für wen man sich in Episode 1

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Scheinprobleme - 03-08-2016

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entschieden hat. Und nein, nicht aufgrund irgendwelcher Zombieverwandlungsgerüchte, sondern "einfach

so". Aus Angst. Es wird wenig thematisiert. Die Gruppe ist schockiert, aber anderweitig "beschäftigt".

Eine merkwürdige Situation. Wie soll man denn jemanden bestrafen, ohne Gefängnis und ohne Richter?

Ich denke ernsthaft darüber nach und verzweifle, weil es so unglaublich schwierig und ausweglos

erscheint. Jemanden zurücklassen, der mit großer Wahrscheinlichkeit selbst zum Opfer wird oder den

Mörder mitnehmen, damit er anders bestraft werden kann und der eigenen Gruppe vielleicht sogar noch

nützt. Ich weiß, wie außereuropäische Rechtssysteme in so einem Fall entscheiden würden.

Allerdings, während des Spielens, hat mich diese Episode nicht so sehr mitgerissen wie Episode 1 und 2.

Sie war zerklüfteter, die Schauplätze wandelten sich und das einzelne Thema wurde nur oberflächlich

beleuchtet. Es hastete. Erst jetzt im nachhinein, beim Durchdenken der einzelnen Situationen, wird mir

das tatsächliche moralische Dilemma erst bewusst. Gibt es Recht im Unrecht? Hm.

Ich versuche wie auch bisher in diesem Spiel meine Menschlichkeit zu wahren. Also nicht nur äußerlich,

auch wenn so ein Zombiegeschlurfe sicherlich sehr stylisch ist. Meine, wie ich finde, "Menschlichkeit"

versuchte ich z.B. dadurch zu äußern:

Auch hier eine Erweiterung aus der 1. Episode. Dort bettelt uns eine Frau an, sie dürfe sterben. Ich

glaube, ich habe ihr die Waffe überlassen. In diesem Fall, musste ich aber selbst ran. Natürlich hat man

sie dramatisch im Visier, als man abdrücken muss. Und trotzdem zu schießen ist nicht leicht, obwohl man

sieht, wie sie gerade von den Walkern zerfleischt wird.

An der folgenden Story ändert das sicherlich wenig, möglicherweise bleibet einem beim Einsammeln der

Medikamente einfach mehr Zeit? Vielleicht könnte das jemand erzählen, der die Gute nicht erschossen

hat

 

Höhepunkt. Duck.

Recht eindeutig von der Gewichtung her. Ich vermute einfach mal, man kann es dem Vater nicht antun,

sein eigenes Kind zu erschießen. Aber für den Spieler, ist es auch nicht gerade angenehm. Und ja, es wird

mit Sicherheit schwerer, wenn man selbst Kinder hat. Das können zwar Menschen ohne Kinder nicht

nachvollziehen, weil sie ja ebenso empathiefähig sind, aber ich würde dafür meine Hand ins Feuer legen.

Natürlich war es auch perfide, dass Duck noch nicht ganz verwandelt war. Er röchelte einfach vor sich

hin, saß, völlig wehrlos, an einen Baum gelehnt. Um wieviel einfacher wäre es doch gewesen, wäre er

bösartig auf uns zu gewankt und hätte uns mit seinen Krallen bedroht? Da hätten wir doch ohne zu

Zögern abgedrückt. Und so, dieser unschuldige Junge, den wir vor kurzem noch mit einem generösen

High Five glücklich gemacht haben... (und weswegen wir einen Teil extra nochmal neu gespielt haben,

nur um ihm dieses High Five geben zu können.)

Blödblödblödblödblödblödblödblödblödblödblödblödblödblödblödblöd!

Und wir 79% haben auch noch selbst abgedrückt. Wie kann etwas, dass irgendwie "richtig" zu sein

scheint, sich so furchtbar falsch anfühlen? Uns mit so einem blödem Gefühl zurücklassen? Oder geht es

nur mir so? Diese Episode lässt mich wirklich mit gemischten Gefühlen zurück. Einerseits, bin ich weniger geflasht

als noch von Ep 1 oder 2, andererseits habe ich Angst vor der Eingangs erwähnten Gewöhnung und der

 

 

Dinge, die da noch kommen mögen, um mich dennoch noch schocken zu können. Es gab mehr

Rätseleinlagen, wobei die vom Niveau her eher auf Facebookniveau (huihui ein total versteckter Diss)

lagen. Kann man also getrost übergehen. Was den Inhalt betrifft: bin ratlos. Und wer war dieser komische

Typ im Walkie Talkie verdammt nochmal?

 

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Eliss Infinity

Das hier wird in ein Geständnis ausarten: Ich habe schöne Hände. Ja wirklich. 10 lange, schmale Finger

und ansehnliche Fingernägel. Gerne hole ich mir neben meinen Kürbiskernbrötchen auch die

regelmäßigen Komplimente der Bäckereifachverkäuferinnen ab. Beim Bezahlen werfen sie gerne einen

Blick auf meine Nägel und fragen dann mit gespielter Empörung, wie lange ich wohl dafür gebraucht

habe. Dann lächle ich immer mit dieser Mischung aus überrascht und verschüchtert, bedanke mich für das

Kompliment und sage, dass es eigentlich wenig Aufwand ist, da - guten Genen sei dank - alles von Natur

aus so wächst wie es gerade irgendeiner Norm für ansehnliche Menschenpfoten entspricht. Nun gut, das

mit der Norm denke ich mir im Stillen. Das Klavier spielen haben die schönen Hände mir ermöglicht und

meinen neusten Feldversuchen mit der Ukulele stehen sie auch nicht sonderlich im Weg. Ich kann also

zusammenfassend sagen, ich war mein Leben lang mit ihnen sehr zufrieden.

Dann kam Multitouch. Ein Beispiel gefällig? Auf diesem Bild von Eliss Infinity kann man nichtdeutlich

erkennen, wie ich kurz zuvor mit sieben (!) Fingern gleichzeitig das iPad-Display berührte und dabei

versuchte, Farben zu bewegen. Drei Finger auf Gelb, 2 Finger auf Blau und 2 auf Lachsrosa. Das Ziel

wäre es gewesen, diesen kleinen gelben Punkt in der oberen rechten Ecke weiter nach links zu bewegen,

damit es keine Überschneidung mit diesem fiesen blauen Pünktchen direkt darunter mehr gibt. Wie ich

das mit meinem langen Fingern ohne behandlungswürdige Verknotungen schaffen sollte, ist mir ein

Rätsel. Sollten mir meine Hände nach all den Jahren jetzt wirklich im Weg stehen? Mitnichten. Alles was

mir in dieser Szenerie fehlte, war etwas mehr Talent zum Multitasking, Konzentration und Übung. Denn

Entwickler Steph Thirionimplementierte im Alleingang nicht nur sphärische Klänge und eine

faszinierende Spielmechanik, sondern auch Physik. Die kleinen farbigen Scheiben lassen sich bei Bedarf

in die gewünschte Richtung werfen und hätten in diesem Fall, vielleicht Schlimmeres verhindert.

Das beschriebene Szenario, welches nicht zu Unrecht an Gartenerlebnisseaus den späten 80er Jahren

erinnert, findet erst im fortgeschrittenen Stadium von Eliss Infinity statt. Im Grunde ist das Spielprinzip

sehr einfach: Ich habe eine farbige Fläche und diese muss ich in die gleichfarbige Schablone

hineinschieben. Wie Topf und Deckel passt alles zusammen und muss von mir liebevoll

zusammengeführt werden. Natürlich gibt es irgendwann mehr als eine Farbe gleichzeitig auf dem

Spielfeld mit jeweils farblich passenden Schablonen. Aber die Farben bleiben jungfräulich, denn

untereinander Anfassen ist strengstens untersagt und wird mit Energieverlust bestraft! Der ansteigende

Schwierigkeitsgrad führt uns sanft in weitere Kniffe dieses Spielprinzips ein. Manchmal muss ich einen

Kreis teilen, da er sonst zu groß für eine kleine Schablone wäre oder gleichfarbige Kreise

zusammenführen, damit sie groß genug sind. Eine über das Spielfeld fliegende Supernova mit

zugehöriger Supergravitation erleichtert das Leben der kleinen Kreise auch nicht gerade.

Eliss Infinity bietet drei freispielbare Spielmodi. Zum einen Odyssey, welches wie das ursprüngliche Eliss

für iPhone 25 überarbeitete Level beinhaltet. Infinityist der Endlosmodus und wird bereits sehr früh sehr

fordernd. Ziel ist es hier möglichst viele Kombinationen zu bauen und eine hohe Punktzahl zu erreichen.

Diese lässt sich einfach mit den eigenen Gamecenter Freunden vergleichen und führt je nach Geschick zu

Jubelschreien oder Verwünschungen. Einem gewissen Dennis K. nehme ich es auch fast nicht übel, mehr

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Scheinprobleme - 03-08-2016

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Punkte zu haben als ich. Zum Glück bleibt mir immer noch die Möglichkeit mich im dritten Modus, der 

Spacebox, auszutoben. Hier wurden alle Spielelemente zu einer großen Sandbox zusammengefasst und

ich kann mit meinen Fingern Farben zu Planeten formen, Klänge generieren und abstrakte Sphären

erschaffen. Entspannend.

Zugegeben: Die abstrakte und flächige Optik schreckte mich zu Beginn etwas ab, denn in meinem Kopf

entstand das Bild eines abstrakten wie leblosen Spieles. Das Gegenteil ist der Fall. Eliss Infinity ist

phantastisch! Es macht einfach unglaublich viel Spaß die verschiedenen Farben zusammenzuführen und

dabei immer wieder auf die veränderte Umwelt zu reagieren. Selten hielt mich ein kleiner iOS Titel so

lange bei der Stange und weckte den Ehrgeiz in mir, jedes Level durchzuspielen. Denn eines ist Eliss

Infinity nie: Unfair. Auch wenn es schwierig werden kann, so liegt es doch stets an mir und dem Mangel

an Konzentration, dass der Energiebalken wieder gen Null tendiert. Beim zweiten oder dritten Anlauf

klappt es meist dann doch aus aus eigenem Antrieb heraus und das ist einfach unglaublich befriedigend.

Der Arcade Modus dürfte zudem alle Freunde von Super Hexagon zufriedenstellen und die eigene

Leidensfähigkeit erneut auf die Probe stellen. Für mich war Multi-Touch jedenfalls noch nie besser und

ich kann allen nur wärmstens ans Herz legen, dieses wunderbare 1-Mann Projekt zu unterstützen. To

Infinity

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Auslese: iOS #03. Kids Edition

Kinder und Medienkonsum sind von Grund auf schwierige Themen. Ganz besonders, wenn es sich dabei

um die eigenen Kinder handelt. Als Beobachter von außen liegt die Lösung ja immer klar auf der Hand

und wird nur von den verblendeten Eltern nicht wahrgenommen. Die Möglichkeiten des Alles-besserWissens sind besonders in Sachen Medien sehr ausgeprägt, schließlich hat jeder von uns schon einmal

Erfahrungen mit Medien wie dem Fernsehen, Büchern und dem Internet gemacht und dementsprechend

ist einfach jeder ein Experte auf dem Gebiet.

In meiner grenzenlosen Naivität versuchte selbst ich als Medien-Junkie meinen Sohn mit seinen fast drei

Jahren Jahren vom iPad fernzuhalten. Beinahe 10 Monate hielt ich durch. So lange war das iPad für ihn

nur ein Gerät zum Fotos und Videos machen. Irgendwann ließen sich aber die bunten Möglichkeiten

dieses schönen Tablets nicht mehr verheimlichen und so begann ich ihn mit knapp drei Jahren langsam

aber sicher an Apps und Bedienung heranzuführen. Was die Bedienung angeht: Die ist dermaßen intuitiv,

dass selbst ein dreijähriges Kind nach kürzester Zeit die meisten Kniffe verinnerlicht hat. Swipen, HomeButton, vergrößern und verkleinern werden zu routinierten Handlungen, ebenso wie es Gabel halten oder

der Oma winken sind.

Wie bei allen Apps gilt: Man muss wühlen und waten durch viel Schmodder, viel F2P und hier und da

begegnen einem echte Edelsteinchen. Gut wäre es auch sich zu überlegen, was einem bei einer App für

die eigenen Kids eigentlich wichtig ist. Bei mir sind es folgende Punkte:1. Nicht zu hektisch, nicht zu

wilde Animationen, keine Reizüberflutung 2. Aufgeräumte Optik, damit sich das Kind selber orientieren

kann 3. keine Buttons, die weg vom Spiel führen, sei es zur Homepage des Entwicklers oder in den AppStore 4. Schöne Geschichte, schöne Figuren, ansprechend gezeichnet 5. Wie auch immer gearteter

Lerneffekt ist nett. Sei es in Sachen Bedienung, Wissen, Farblehre, was auch immer. Definitiv kein Muss

(siehe Toca Cars), aber die Abwechslung macht's. 

Hier daher erst einmal drei der beliebtesten Apps meines Sohnes. In Kürze sollen noch drei weitere

folgen.

Alter: Gilt bisher für den Zeitraum von 3 bis 4,5 Jahren.

1. Wimmelburg HD

Wimmelburg HDist die einfache Umsetzung des Wimmelbuch-Prinzips in eine App. Im Grunde ist es

nicht viel mehr als ein großes, scrollbares Bild, auf dem sich viele verschiedene Figürchen tummeln und

wo es an jeder Ecke eine neue schöne Szene zu entdecken gibt. Die Wimmelburg hat sich dabei ganz auf

Mittelalter- und Märchenthematik fokussiert und so überrascht der Frosch im Brunnen ebenso wenig wie

die Bogenschützen, die vergebens während einer Übung das Ziel zu treffen versuchen. Die App wurde

von Ravensburger Digitalentwickelt und ist generell - wie beim großen Bruder Ravensburger für

Brettspiele - ein guter Hinweis auf recht hohe Qualität. Dieser Hinweis trifft bei Wimmelburg auch zu.

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Scheinprobleme - 03-08-2016

Wie es mir gefällt - http://scheinprobleme.de

Die Charaktere und die Landschaft sind wirklich wundervoll animiert, überall gibt es kleine Geheimnisse

zu entdecken und beinahe alles, das angetippt wird, reagiert mit dem Spieler. Ein tolles Gefühl für

Kinder, wenn jede Berührung auch eine Reaktion auslöst. Zudem gibt es Miniquests, die auch ein

Kleinkind nach kurzer Erklärung selber lösen kann. Und falls nicht: Gar kein Problem. Diese Quests

stehen dem normalen Spielerleben nicht im Weg. Mein Sohn, der sich sehr für Ritterthematik und

Kämpfe interessiert, liebt das Erkunden wirklich über alles. Viele Stunden hat er gebraucht, bis es ihm

doch etwas zu langweilig wurde. Zum Glück vergessen Kinder manchmal schnell und nach zwei Monaten

Pause hatte er erneut viel Freude an dieser App, die zu Recht einige Preise einheimste. Zudem kann man

bei Bedarf die Kleinen damit auch alleine spielen lassen, da es keine fiesen Buttons gibt, die einen aus

dem Spiel werfen oder in den iTunes-Store begleiten. Erwähnte ich schon den niedlichen Sound? Für

2,99 € könnte diese Universal-App (und auch für Android) euch und euren Kindern gehören. LieblingsApp! Ich vergebe 5 von 5 ins Schwarze getroffenen Pfeilen.

2. Toca Cars

Das Spielchen Toca Carsist eine Mischung aus Rennspiel und Sandbox. In einer wunderschönen

Papercraft-Welt hat man als SpielerIn die Möglichkeit, entweder direkt ein Rennen in einer niedlichen,

kleinen Stadt zu starten oder in den Sandbox-Modus zu wechseln und dort selber eine kleine Stadt zu

entwerfen. Beim Autorennen fährt die Seifenkiste einfach auf die Stelle zu, auf die gerade der Finger

gehalten wird. Auch für kleinere Kinder zu meistern. Dabei gilt es Hindernissen auszuweichen oder -noch besser - direkt drauf zuzufahren und einfach Ampeln und Bäume direkt umzunieten. Im SandboxModus hingegen lassen sich alle Gegenstände der Spielwelt im Gebiet per Drag & Drop verteilen. So

stapelte mein Sohn einmal alle möglichen Ampeln und Schilder direkt aufeinander: Ein perfekter schiefer

Turm war geboren und konnte hinterher mit Freude umgefahren werden. Da die Steuerung doch etwas

komplexer ist, würde ich Toca Cars nicht vor 3,5 empfehlen. Damit Spaß haben kann man bestimmt bis

man süße sechs ist. Oder über 30. Man weiß es nicht. :) Tipp: Es gibt Sprungschanzen yay! Toca Cars ist

ein Spiel aus dem riesengroßen Toca Universum, an das ich mich bisher aber noch nicht groß

herangetraut habe. Für winzige 0,89 € könnte es euch gehören.

3. Der kleine Drache Kokosnuss – Lernspaß

Diese App basiert auf dem kleinen Drachen Kokosnuss, der von Ingo Siegner ins Leben gerufenen

Kokosnuss Welt. Inzwischen existieren unzählige Bücher, Hörbücher und auch anderer diverser

Merchstuff. Bis auf ein Hörspiel und ein Buch haben wir zwar nicht davon, aber diese App ist trotzdem

sehr empfehlenswert. Sie trägt den Begriff "Lernspaß" im Titel und das fungiert natürlich als billiger

Trick, um Eltern auf der Suche nach "pädagogisch wertvollen Spielen" mit dem Finger auf den KaufenButton zu locken. Trotz des Offensichtlichen: Der kleine Drache Kokosnussist eine schöne, durchdachte

und auch sehr vielseitige App geworden, die man sowohl Eltern als auch Kindern bedenkenlos ans Herz

legen kann. Von einfachen Formenspielen, hin zu einfach dargestellten Rechenrätseln und Hochstapeleien

gibt es auch ein kleines Belohnungssystem, das zum Weiterspielen ermuntert. Wie in "echten" Spielen

üblich kann ich mit genügend Erfahrungspunkten (hier: Kokosnüssen) neue Spiele freischalten. Da alles

aber durchweg komplex ist, würde ich zur Frustvermeidung diese App nicht vor dem Alter von vier

Jahren anbieten. Zudem muss unbedingt gemeinsam gespielt werden, da die vielen Spielchen nicht

unbedingt selbsterklärend sind. Durch den ansteigenden Schwierigkeitsgrad ist die App garantiert bis ins Grundschulalter geeignet. Lobenswert erwähnen möchte ich auch den einstellbaren Timer, der das Spiel

nach einer bestimmten Zeit automatisch beendet. Von 1 bis 60 Minuten ist alles drin. Schöne Idee.

Kostenpunkt: 2,99€. 

----------------------------------------------------------Das waren vorerst unsere drei beliebtesten Kinder-Apps. Weitere drei folgen in Kürze. Die bisherige iOS

Auslese findet ihr übrigens hier:

#01 iOS Auslese.

#02 iOS Auslese. Competitive Edition.

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